5 Comments

  1. @fatmike: Selbstverständlich nicht. Rassismus ist: Es ist für alle WissenschafterInnen so, dass das Schliessen von genetischen und/oder phänotypischen Merkmalen auf Eigenschaften geistiger Natur oder Charakter oder kulturellen Eigenschaften Rassismus ist.

    Manche WissenschafterInnen inkludieren etwas mehr in die Erklrärung von Rassismus, das ist Cinar Dileks Aussage. Einige WissenschafterInnen beziehen weitere „Kategorien“ mit ein, wie Gender.

  2. fatmike182

    @ Sybil Amber
    ad Zitat Cinar 1999: 56 bleibt die Frage offen:
    kann von genetischen/phänotypischen Merkmalen auf die Qualität geistiger EIgenschaften in dem Zusammenhang mit Ethnien geschlossen werden? Da ich das nicht vermute halte ich das Zitat für sehr fragwürdig — sowie ich auch die Aussage mit der imraumstehenden Quantifizierung „einige Autoren“ (irgendwer wird sich schon finden lassen) für überholt halte.
    MEn war das Rassentheorie par excellence, hinkt aber in der Nachweisbarkeit extrem nach.

    as Wiedergutmachung/Öffentlichkeit
    Was die Debatte gezeigt hat war, dass sie keine der Öffentlichkeit war. Rassismus ist vllt in der Gesinnungsfrage eine demokratische (Wahlergebnisse als Spiegel der Gesellschaft), nicht aber in detailierten Einzelfällen.
    V.a. in Blogs hat man bemerken können: Nichtbetroffene nehmen sich ihr gutes Recht (/Courage) heraus & schreiben darüber wie unsensibel die Bevölkerung nicht ist. Nichtbetroffene Proponenten werden herzlich im Kreis empfangen, nichtbetroffene Kontrahenten mit dem billigen Argument „ihr seits ja nicht betroffen, ihr könnts das nicht beurteilen“ abgewürgt. Süße Ironie…
    Die Öffentlichkeit als solche fühlt sich kaum durch die Kampagne geschädigt, je weiter das also medial aufgedunsen wird, destomehr wird man vermutlich den Gegentrend einsetzen lassen.

  3. Sybil Amber

    Nein, ich meine es kann eben nicht passieren: Intellektuelle sind dann eben keine Intellektuellen. Menschen, die nicht im mitteleuropäischen Mainstream aufgewachsen sind, können das sicher nachvollziehen. Wenn Pflichtschulen ihre Erziehungsaufgaben im Sinne der Menschengesellschaft nicht erfüllen können, Eltern und soziales Umfeld ebenfalls eher schweigen, als ihren Kindern das Beste zu ermöglichen und zu schenken, hat das sehr wenig mit „Holschuld“ zu tun, denn diese wird wahrscheinlich gar nicht wahrgenommen. Und kann daher auch nicht reflektiert werden.

    Es mangelt, wie ich durch meine Erfahrung deduzieren konnte, einfach am guten Willen zu handeln. Angefangen bei Schulbüchern, Liedern, die in der Schule „gelehrt“ werden, bis zu diesen M – Plakaten, den Bogen kann ich weit spannen. Es ist nicht legal Menschen zu diskriminieren, und Rassismen aller Art sind ein Mittel zur Diskriminierung aufgrund beabsichtigter psychischer, physischer oder ökonomischer Gewaltausübung – und deshalb auch nicht Teil der freien Meinungsäußerung.

    „Einige AutorInnen neigen dazu, nur dann von Rassismus zu sprechen, wenn von genetischen und biologischen Merkmalen auf die ‚Qualität’ der geistigen bzw. kulturellen Eigenschaften von Individuen oder sozialen Gruppen geschlossen wird“ (Cinar 1999: 56).

    Reflexion kann erst erfolgen, wenn Menschen dazu bereit sind so zu handeln und ihr Denken zu verändern. Davor braucht es Sensibilisierung und Mitgefühl für unsere Mitmenschen. Wenn weltweit agierende Konzerne investieren und, das ist ja auch kein Einzelfall, mit Absicht Plakate drucken lassen, ohne vorher darüber nachzudenken – empfinde ich eher Sprachlosigkeit ob der Ignoranz. Solche Kampagnen werden ja wochenlang, wenn nicht monatelang geplant, an „örtliche Bedürfnisse“ angepasst, etc.

    Die „Öffentlichkeit“ sollte da nicht mit Kritik sparen, sondern beispielsweise eine Wiedergutmachung einfordern. In allen geschehenen Fällen …

    Cinar, Dilek (1999) Alter Rassismus im neuen Europa? Anmerkungen zur Novität des Neo – Rassismus, In: Kossek, Brigitte (1999) Gegen – Rassismen. Konstruktionen – Interaktionen – Interventionen. Hamburg: Argument – Verlag, S. 55-72.

  4. Interessanter, radikaler Ansatz. Dennoch: „sprachlicher Rassismus ein Verbrechen“ weil gegen die Menschenwürde und damit nicht Meinungsäußerung? Ein entschiedenes Nein. Verbrechen sind in (fast) allen Rechtsordnungen Taten mit Vorsatz! Daher nach meinem Rechtsverständnis sicher kein Verbrechen. Die Meinungsfreiheit ist ebenso Menschenrecht und ein (meiner Ansicht nach) gleichrangiges Recht. Diese gegeneinander auf zu rechnen macht keinen Sinn.
    Meiner Ansicht nach schießt man hier weit übers Ziel hinaus und schafft kein konstruktives Klima. Die Kriminalisierungsrhetorik bringt eher das Gegenteil vom Gewünschten. Ein Reflexhaftes zurückziehen ins eingene Schneckenhaus.

  5. […] Warum ich Rassist bin Shared um 00:37 Uhr via Delicious FM4 verzeichnet mit seiner Berichterstattung über die neue Eskimo-Werbelinie “I will mohr” ein All-Time-High an Forumsbeiträgen. FM4-Autor Martin Blumenau erkennt darin eine “Flut von Postings, die gar nicht wirklich auf die Geschichte und das Gesagte reagieren, sondern auf ein sehr diffuses ‘Dahinter’”. Auch in der Blogosphäre und auf Twitter geht’s rund, und sogar der von mir gegründeten Facebook-Gruppe ”Stop racist Unilever-Campaign in Austria” mit immerhin 500 Mitgliedern in zwei Tagen treten Einzelne nur mit dem Ansinnen bei, das Gruppenanliegen zu delegitimieren. […]

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