8 Comments

  1. Bruno Max

    Respekt! Sie haben sich bemüht. Ich habe mich auch bemüht, trotz aller Regierungsverrenkungen und-verbiegungen der Wiener Grünen weiter grün zu wählen. Glaube aber nicht , dass mir das gelingen wird.

  2. So in etwa habe ich mir immer vorgestellt, dass politische Entscheidungen, sowohl positive als auch negative, kommuniziert werden! Doch scheint es, wie Brecht es mal in einem anderen Zusammenhang formuliert hat, das Einfache zu sein, das schwer zu machen ist. Dir ist es als einem der Wenigen gelungen, dafür meine Hochachtung!
    Wolfgang

  3. Marcus Leitschuh

    Lieber kulturpolitischer Kollege (ich bin hier in Kassel Sprecher meiner Fraktion für Kultur), ich beschäftige mich seit Jahren mit Musicals natürlich mit Interesse mit dem VBW. Ich teile einige Einschätzungen, aber eben nicht ganz. Ich war mit Begleitung vier Tage in Wien und habe mir heuer „Elisabeth“ und „Natürlich blond“ angesehen. „Elisabeth“ nicht erstmals. Ohne „Natürlich blond“ wäre ich nicht vier Tage geblieben und habe in dieser Zeit gut Geld in Wien gelassen. Wir im kleinen Kassel zahlen auch an das Staatstheater 12 Millionen jährlich (plus das Land), aber wir wissen auch, dass das Geld in dem 500-Mitarbeiter-Haus auch Geld in die Region bringt und es indirekt in die Stadtkasse fließt. Wenn die VBW eine gute Spielplanmischung haben, wie sie das Wien-Musical „Elisabeth“ und eben „Natürlich blond“ ja durchaus ist, komme ich gerne nach Wien und dann ist das auch subventioniert möglich. Gerade die zukünftige Spielplan weckt ja wieder Interesse. Immerhin gibt ja Wien auch Geld für Straßenbahnen und U-Bahn aus, das sind auch Subventionen. Vielleicht sollte man aber die VBW ganz aus dem Kulturetat streichen und noch nur als Tourismus sehen, wahrscheinlich wäre es ehrlicher. Ich war in den letzten Jahren dreimal mehrere Tage in Wien und nur wegen der VBW. Herzliche Grüße Ihr marcus leitschuh – der genügend kritische Anfragen an die VBW hat und die Musicalarbeit anderer Wiener Theater sehr schätzt, aber die müssen auch nicht mit Sondheim und „Catch me“ ein halbes bis ganzes Jahr mit diesem Stück das Theater füllen und haben einen ganz anderen Auftrag.

    • lieber kollege, es freut mich natürlich zu hören wenn musical für sie ein grund sind nach wien zu kommen. vielleicht haben sie auch lust beim nächsten besuch eine der zahlreichen anderen kulturinstitutionen dieser stadt zu besuchen, die trotz teilweise sehr knapper mittel und prekärer arbeitsverhältnisse großartiges leisten. „elisabeth“ ist ja wenigstens noch eine eigenproduktion der vbw, aber in lizenz eingekaufte musicals wie „natürlich blond“ können sie fast überall sehen, und fast überall kommen sie ohne öffentliche gelder aus. und sie haben natürlich recht: besser wäre es sowas zumindest aus dem tourismusbudget zu finanzieren. kulturförderung soll meiner meinung nach vor allem das abdecken was der markt nicht kann.

      • Marcus Leitschuh

        Hallo, das wäre mal eine spannende kulturpolitische Debatte, wann etwas aus der (zu fördernden) Kultur dann Kultur ist, die der Markt kann. Wir beschäftigen uns in Kassel gerade intensiv mit dem Thema der Kreativwirtschaft, also vor allen Dingen aus der Universität / Kunsthochschule ausgegründeten kleinen Firmen. Auch diese Ein-Mann/Frau-Firmen könnte ja irgendwann mal so groß sein, dass Förderung und 1-Euro-Mieten nicht mehr gerechtfertigt sind. Und zu „LG“, das kann ich eben nicht „überall“ sehen, weil auch Lizenzprodukte eben nur meist in Metropolen zu sehen sind, als London oder eben Wien. Insofern kann man das schon auch als Kulturauftrag sehen. Und natürlich liege ich nicht bis 19.30 Uhr zur subventionierten Musicalkultur im Vier-Sterne-Bett, unterbrochen vom Prater- und „Gaumenspiel“-Besuch. Wobei Letzteres mein persönlicher Wienhöhepunkt war. Nein, natürlch gibt es so viel kleine Museen und kulturellen Angebote, die zu einem Wienbeuch, auch ohne Wiencard, gehören. Aber es ist so, wie wenn Sie nach Kassel kämen (übrigens nach Berlin die großte bundesdeutsche Museumsdichte pro Kopf). Sie würden dann doch erst einmal „nur“ die großen subventionierten Angebote wahrnehmen und im Zweifel auch sehen wollen. Die freie Szene ist nicth der Grund für den Wienbesuch und wahrscheinlich ist das auch gut so, weil sie sonst längst nicht so frei wäre. Bei meinem nächsten Wienbesuch melde ich mich, dann sezten wir das persönlich fort. Wird aber noch etwas dauern. „Natürlich blond“ kenne ich ja nun schon, smile.

  4. Hans Escher

    Lieber Klaus,

    Hochachtung vor deinem Schritt, dein, wie Du es nennst, Scheitern einzugestehen und die Hintergründe zu kommunizieren. Bravo – herzliche Grüße

    Hans Escher

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