3 Comments

  1. coyote

    Ich will eine grüne Partei, die selbstbewusst auf eigenen Beinen steht und nicht ständig nach einem dicken Papi Ausschau hält, an den sie sich anlehnen kann.

    „Sie hat, und das ist in der österreichischen politischen Landschaft sechs Monate vor einer Wahl eine absolute Premiere, eine klare Koalitionsansage gemacht“ …

    Die „absolute Premiere“ besteht nur im frühen Zeitpunkt, ansonsten haben sich die Wiener Grünen noch jedesmal – nur halt eben später – als Steigbügelhalter der „MiaSanMia“-Partei angebiedert.
    Und sich damit selbst für überflüssig erklärt.

  2. Dominik Perlaki

    Lieber Klaus Werner Lobo!

    Was Sie da schreiben überzeugt mich nicht und würde mich, wenn ich SPÖ’ler wäre, abstoßen (dazu sei gesagt, dass ich Grün-Wähler bin und auch bei der Gemeinderatswahl mit großer Sicherheit Grün wählen werde).

    Ich persönlich will rot-grün für Wien (grün-rot ist schön gesagt, aber in der Demokratie muss man schon damit leben können, dass der deutlich größere Partner etwas dominiert – das ist halt ein Grundpfeiler unseres Systems). Dann liegt es aber auch an den Grünen, Kompromisse einzugehen. Was Sie die „gute SPÖ“ nennen, gibt es, so glaube ich, in diesem Sinne nicht. Stellen Sie sich vor, dass da Leute sind, die eh 100% mit den Grünen auf einer Linie und dementsprechend sehr SPÖ-kritisch sind, aber halt einfach so, ohne ernsthaften Grund bei der SPÖ sind? Klar, innerhlab der SPÖ gibt es Konflikte und vieles wird nicht von allen getragen, aber welcher SPÖ’ler wird sagen: „Super, ich gehör nicht zu den Verkrusteten, sondern zu den Guten!“. Wahrscheinlicher ist es, dass die SPÖ-affinen Leser dieses Textes, auch wenn sie eigentlich den Grünen zugeneigt sind, den Kopf schütteln und sich angegriffen fühlen – ganz zurecht.

    Wenn Sie sagen, Sie wollen grün-rot, dann müssen Sie auch versuchen, die SPÖ von dieser Option zu überzeugen. Stattdessen machen Sie ihnen Vorwürfe, behaupten ganz selbstverständlich, dass die SPÖ eh rot-grün nicht in Betracht zieht und verlangen praktisch, das rot-grün nur als grün mit roter Unterstützung funktionieren kann (umgekehrt soll es, meiner Meinung nach, natürlich auch nicht rot mit grüner Unterstützung sein). Der richtige Weg kann nur sein, eine Koalition anzustreben, in der man die Handschrift beider Parteien deutlich spürt – das gebietet unsere Form der Demokratie (damit will ich nicht sagen, dass die Grünen etwas mittragen sollten, was ihren Idealen 100%ig widerspricht).

    Außerdem finde ich, sollten Sie bedenken, dass wenn Ihr Wunsch in Erfüllung ginge und sich die SPÖ ganz den grünen Anliegen fügen würde, unmengen rote WählerInnen leider endgültig zur FPÖ abwandern würden, weil ihnen die Roten zu grün wären – es gäbe dann zwar eine besonders tolle Legislaturperiode, aber was käme danach, wenn sich rot-grün nichtmehr ausginge?

    mit freundlichen Grüßen,
    Dominik Perlaki

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