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  1. […] Es ist schier unglaublich, mit welch verdrehten Stellungnahmen SPÖ-Sprecher das Unmögliche möglich zu machen versuchen: die gesetzliche Fundierung polizeilicher Repressionsmaßnahmen als sozialpolitischen Ausfluss sozialdemokratischer Politik darzustellen. In der Auseinandersetzung um das von der SPÖ initiierte Bettelverbotsgesetz wird diese Argumentationsakrobatik bedauerlicherweise von einem solchen erledigt, der sich selbst immer als junge Hoffnung dieser Partei gesehen hat:  SPÖ stellt klar: Es geht nicht um Verwahrloste, es geht um Verstümmelte | Klaus Werner-Lobo […]

  2. das herumrudern von siegi lindenmayer kann nicht davon ablenken, daß die SP Wien ohne not dem druck reaktionärer rechter kreise „nachgibt“. not, elend, armut soll aus dem blick der (noch) satten verschwinden, aber nicht, in dem bettlern, obdachlosen geholfen wird wie man es eigentlich von … sozialdemokraten erwarten dürfte, sondern in dem weggewiesen, gestraft und eingesperrt wird, gerade so, als ob wien von „ostbettlern“ geradezu überrant würde.
    dazu paßt auch die anpreisung der kommenden mindestsicherung als „verhinderung von not und armut“.

    die zeiten, in denen sich siegi für sowas nicht hergegeben hätte, sind längst vorbei.

  3. S.g. Herr Lindenmayer.
    In Rumänien oder Bulgarien bekommen schwer körperbehinderte Menschen eine Rente von maximal 100 Euro im Monat. Das Preisniveau entspricht etwa 80% des österreichischen Preisniveaus.
    EinE behindertEr BettlerIn verdient im Durchschnitt 15 bis 30 Euro am Tag beim Betteln, jemand der nicht behindert ist, 5 bis 15 Euro.
    Abgesehen davon schulden Sie uns noch die Quellenangabe zu den „moldawischen Bettlern, die sich organisiert das erbettelte Geld abnehmen lassen.“

  4. Update: Siegi Lindenmayr stellt noch klarer. Auf meiner Facebookseite hat er folgendes gepostet:

    Mein Kommentar war im medizinischen Sinn sicher unkorrekt, das tut mir leid. Und ich antworte Ihnen/dir gerne, um Missverständnisse zu vermeiden. Ich hatte u.a. z. B. jene Person vor Augen, die sich – bevor die Umbaumaßnahmen auf der Friedensbrücke begonnen hatten – in der Mitte der Brücke auf ein Bein gesetzt hatte um vorzutäuschen, es gäbe nur mehr das andere. Nach ein paar Stunden sitzen kann das vermutlich nachhaltige Beeinträchtigungen für das eine Bein nach sich ziehen. Das meinte ich und nicht, dass sich jemand die Beine abhackt. Oder jene Person, die mit Krücken unter dem Arm die Althanstraße recht flott entlang gegangen und ab dem Julius Tandler Platz mit den Krücken nur mehr gehumpelt ist. Ich möchte Ihnen/dir gegenüber hiermit meine Wortwahl präzisieren bzw. richtigstellen.
    Ich bin in meinem Bezirk häufig zu Fuß unterwegs und kann zumindest diese Beispiele aus eigener Wahrnehmung festhalten. Wenn nötig, kann ich auch gerne den Inhalt aus Zwiegesprächen zwischen Bettlern und mir am Julius Tandler Platz (=Franz Josefsbahnhof) wiedergeben.

    Siegi Lindenmayr ist von Beruf Klubobmann der Wiener SPÖ.

  5. Ich bin ja schon entsetzt genug, dass ausgerechnet die Wr. SPÖ sowas wie ein Bettelverbot umsetzen will – ich hätte diese Landesgruppe anders eingeschätzt. Noch entsetzter bin ich dann, dass das auch noch mit Argumenten bar jeder Tatsachen begründet wird. Immerhin: Die Streichung von „verwahrlost“ ist ein schöner Teilerfolg.

    Und Ferdinand Kollerer kann ich nur zur gelungenen Antwort gratulieren. Dass hier „die Opfer“ von organisierten „Bettelbanden“ (so es sie in der sebstverstümmelnden Form gibt) auch noch bestraft werden, ist absolut widerwärtig.

    Ja, mir geht die Bettelei auch manchmal auf den Keks, kann passieren. Ich würde deshalb nie ein Bettelverbot fordern. Armut aus dem Sichtfeld der Öffentlichkeit zu verbannen schafft sie ja nicht ab.

    Und wer gegen arme Menschen nichts hat, aber „Bettelbanden“ nicht unterstützen mag, hat eine ganz einfache Lösung bei der Hand. Dann gibt man dem/der BettlerIn schlichtweg Naturalien (/Gebäck, Nudeln, Reis – Grundnahrungsmittel halt -, ein Stück von der eben erworbenen Pizza,…). Darüber freuen Sie sich – so meine Erfahrungswerte – auch. Da gibts auch keine „man wollte ja gerne helfen, aber man will ja keine Kriminalität unterstützen“-Ausreden mehr.

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