7 Comments

  1. Gerold Neuwirt

    Es scheint, dass ich da falsch verstanden wurde. Was ich an den ausländischen Bettlern nicht richtig finde, ist, dass diese (zumindest wurde mir das so erzählt) von „Schleppern“ nach Österreich gebracht werden, diese dann hier Betteln und dann das Geld an die Schlepper abliefern müssen. Das heißt, dies sind keine echten Bettler sondern arme Leute aus Rumänien oder von wo auch immer und sollen hier als Einnahmequelle für mafiaähnlichen Organisationen dienen. Wenn das nicht so ist und du darüber genauer bescheid weißt und mich darüber aufklärst, ist mir das natürlich recht. Aber professionelles Betteln finde ich nicht in Ordnung.

    Betreffend dem Mahnmal: Das klingt natürlich dramatisch, aber letztendlich sind die Bettler so etwas für uns. Ein Mahnmal für unser noch immer fehlerhaftes soziales System. Durch Verbot löst man das Problem nicht bei der Wurzel, sondern verschiebt nur das Problem.

    Ist es richtig wenn eine Frau im U-Bahnbereich sehr laut ein Lied in ihrer Sprache singt, an der ich keine echte Armut erkennen kann, sondern nur eine ärmere, aus dem Osten stammende Frau? Für mich eindeutig erkennbar, dass da eine Organisation dahintersteckt, nachdem auf beiden Seiten der U-Bahnstation eine nicht österreichisch, aussehende Frau sitzt. Und wenn man dann bei der nächsten Station aussteigt und da das gleiche erlebt.

    Ich fände es besser, wenn wir vor der eigenen Türe kehren -> österreichische Bettler, bevor wir uns um die (organisierte) Armut im Osten kümmern. Dafür ist meiner Meinung nach die EU zuständig.

    Ach ja zum Singen. Ich finde es immer wieder nett, wenn es Straßenmusikanten gibt.

    Und ich habe nicht gesagt, dass „übliche Bettler“ aus Österreich den Kopf unten halten müssen.

  2. @gerold vielleicht solltest du workshops anbieten, wie sich ausländische bettler verhalten sollen. mahnmalkurse zum beispiel. und singen geht in österreich schon mal gar nicht, aber echt, sondern bitte schön brav den kopf niedrig halten wie „übliche bettler“.

  3. Gerold Neuwirt

    Was mir bei der Debatte fehlt ist die Trennung zwischen den österreichischen Bettlern und den „Importierten“. Diejenigen die in Österreich meist durch Schicksalsschläge Bettler geworden sind, sollen auch weiterhin wie ein Mahnmal für jeden sichtbar sein. Nur durch echte Verhinderung der Armut sollen diese verschwinden und das soll so lange dauern bis durch entsprechende soziale Betreuung der oder die Letzte von der Strasse verschwunden ist. Und nicht durch Verbot. Verboten gehören die ausländischen Bettler die mit Bussen nach Österreich gekarrt werden und sich auch nicht wie übliche Bettler verhalten (bspw. lautes singen in der U-Bahn Station). Es fällt einem teilweise schwer die „echten“ Bettler auseinander zu kennen. Und vermutlich leiden die echten auch darunter.

  4. warum nicht beides, Aufklärung und Aktion?

    zur Aufklärung findet am Mittwoch, 24. März um 18:30 im Grünen Rathausklub (Ecksalon) ein StadtexpertInnengespräch zum Thema statt.

    Es diskutieren:
    Mag.a Marion Thuswald, Bildungswissenschafterin, BettelLobby Wien
    Mag. Ferdinand Koller, Theologe, BettelLobby Wien
    Mag. Markus Reiter, Verein neunerHAUS
    David Ellensohn, Stadtrat und Sozialsprecher der Grünen Wien

    Und zur Aktion: „Manches muss man aushalten“, sagt Sibylle Hamann richtig: http://diepresse.com/home/meinung/quergeschrieben/sibyllehamann/546753/index.do
    und auch Philipp Sonderegger sinngemäß: http://phsblog.at/ich-bin-penner-was-seid-ihr

  5. fatmike182

    Ich schätze dein Engagement in dieser Sache, befürchte jedoch, dass der breiten Bevölkerung die Thematik komplett falsch kommuniziert wird.
    Es wird die aufklärerische Methodik ausgelassen, scheinbar, weil sie nicht genug Bobo-Flair hat. Das Ergebnis ist vorprogrammiert: Leute, die sich wenig mit der Thematik beschäftigen & sich beim Durchgang durch die Passage am Karlsplatz unwohl fühlen oder jene, denen das Betrachten offener Wunden & Ergebnisse nichtoptimaler Amputationen nicht behagt fühlen sich von der Aktion verarscht & sind folglich noch weniger zugänglich für faktische Kommunikation.

    Warum nicht argumentativ aufräumen & die Verfehlung des Beschlusses ebenso thematisieren? Ein gewisser Grundkonsens kann doch nicht übersehen werden, nur weil die Vorgangsweise gröber falsch ist.

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